Datenangebote: travianet.de

Eine Reise zu den Höhepunkten der Backsteingotik in Deutschland Nord

Norddeutschland

deckt sich im Wesentlichen mit dem Gebiet der norddeutschen Tiefebene, die von den Küsten der Nord- und Ostsee im Norden bis zur mitteleuropäischen Mittelgebirgsschwelle (Rheinisches Schiefergebirge, Weserbergland, Harz, Thüringer und Frankenwald, Fichtel- und Erzgebirge) im Süden reicht. Dieser geographische Raum hat auch besondere kulturelle Merkmale: da ist zum einen die niederdeutsche Sprache, auch Plattdeutsch genannt. Zum anderen erstreckt sich über das norddeutsche Tiefland auch das Einflussgebiet der Hanse, die seit der Mitte des 13.Jh. zunächst ein Zusammenschluss von Kaufleuten zum besseren Schutz auf ihren Reisen war, sich dann aber auch zu einem mächtigen Städtebund mit großem wirtschaftlichen und politischen Einfluss entwickelte. Die dritte Säule des kulturellen Erbes von Deutschland Nord ist baulicher Natur und wird als norddeutsche Backsteingotik bezeichnet.

Ausgehend von einem Mangel an Natursteinvorkommen entwickelte sich im Mittelalter für die Errichtung von Monumentalbauten (Kirchen, Rathäuser, Stadttore) und der Bürgerhäuser der Kaufleute mit der Verwendung von Ziegelsteinen ein charakteristischer Baustil, der meist keinen figürlichen Fassadenschmuck, dafür aber eine reiche Fassadengliederung durch plastische gemauerte Ornamente und eine farbliche Gliederung der Wandflächen mit farbig glasierten Ziegeln aufweist. Die Liste der Gebäude und auch ganzer Altstädte, die von der Backsteingotik geprägt sind und als UNESCO Welterbe aufgenommen wurden, ist beachtlich: die historischen Altstädte von Lübeck, Wismar und Stralsund gehören dazu.

Eine Reise zu den Zeugnissen der Backsteingotik in Deutschland Nord können wir im Westen in Bremen beginnen: St. Martini und Teile des Bremer Doms sind hier von Interesse. Auf dem Weg in östliche Richtung machen wir Station in Lübeck, wo die gesamte historische Altstadt mit den baulichen Höhepunkten Marienkirche, Dom, Rathaus und Holstentor ein Juwel der Backsteingotik darstellt. Die Lübecker Marienkirche war stilbildendes Vorbild dieses Bautypus. Weiter geht es nach Wismar, wo ebenfalls die historische Altstadt auf der Liste des UNESCO Welterbes steht. Die Kirchen St. Georgen, St. Marien und St. Nicolai sind hier besonders hervor zu heben. In Bad Doberan besuchen wir das Münster und in Stralsund finden wir wieder eine historische Altstadt, die in ihrer baulichen Geschlossenheit UNESCO Welterbe geworden ist.
Das Rathaus, die Marien- und Nicolaikirche, sowie das prächtige Wulflamhaus sollen hier beispielhaft erwähnt werden. Es gibt eine große Zahl weiterer lohnender Ziele, wenn man an der norddeutschen Backsteingotik Gefallen gefunden hat und man Lust auf mehr verspürt. Stellvertretend seien hier noch genannt: das Kloster Lehnin, das Steintor in Anklam, die Stadttore in Altentreptow, St. Katharinen und der Dom St. Peter und Paul in Brandenburg, Marienkirche, Dom und Stadtbefestigung in Stendal. Aber auch die deutsche Hauptstadt bietet dem Deutschlandurlauber sehr viel. Die Museumsinsel an der Spree ist ein sehr besuchter Anlaufpunkt für Touristen, weil er zu den wichtigsten Museumskomplexen der Welt gehört und von der UNESCO als einzigartiges bauliches und kulturelles Ensemble eingestuft wurde.
Berlin als Europas Kulturhauptstadt bietet aber noch viel mehr. Eine Stadtrundfahrt mit den Panoramabussen zeigt einen Überblick davon. Der Deutsche Reichstag mit seiner imposanten begehbaren Kuppel, die vom englischen Architekten Norman Forster projektiert wurde, zieht jährlich über 2 Mill. Menschen an und wurde zum neuen Magneten der deutschen Hauptstadt.

Eine Reise wert sind auch die deutschen Mittelgebirge, wie der Harz, der Thüringer Wald, das Erzgebirge, der Bayrische Wald und der Schwarzwald. Ganz im Süden treffen wir sogar auf die Hochgebirge der Alpen. Man kann sie sehr schön betrachten, wenn man an Deutschlands größtem See, dem Bodensee, Urlaub macht. Auf der Insel Mainau befindet Sie sogar tropische Vegetation. Ein Spaziergang unter Palmen erinnert an südeuropäische Urlaubstage Deutschland Ost Natur und Kultur erleben auf den Spuren von Dichtern und Malern in Deutschland Ost. Urlaubern, die Naturerlebnisse mit Kultur verbinden wollen, bietet sich in Deutschland Ost auf dem Gebiet der ehemaligen "DDR" und der heutigen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine große landschaftliche Vielfalt mit zahlreichen attraktiven Ausflugszielen.
Im Norden erstreckt sich über 350 km die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns mit den vorgelagerten Inseln Usedom, Hiddensee, Poel und der größten Insel Deutschlands, Rügen, deren berühmte Kreidefelsen schon von Caspar David Friedrich auf der Leinwand verewigt wurden. Der Dichter Gerhard Hauptmann ließ sich von der ursprünglichen Natur der Insel Hiddensee verzaubern. Weiter südlich bietet die Mecklenburgische Seenplatte Wassersportfreunden ein großes und weit verzweigtes Revier, das zum Kanu Fahren und Angeln einlädt. Die angrenzende Mecklenburgische Schweiz ist die Heimat von Fritz Reuter, der durch seine plattdeutschen Gedichte und Erzählungen in das kulturelle Gedächtnis dieses Landstrichs eingegangen ist. Wer das Wandern in den Bergen vorzieht, kann im Thüringer Wald auf dem „Rennsteig“ auf Goethes Spuren wandern. In der Nähe von Ilmenau, auf dem Berg Kickelhahn, ließ sich Goethe in der Einsamkeit der Wälder auf dem Berg Kickelhahn zu seinem Gedicht „Über allen Gipfeln ist Ruh“ inspirieren.
'Die Sächsische Schweiz im Elbsandsteingebirge lädt mit dem „Malerweg“, auf dem schon im 18. Jh. die Maler Ludwig Richter, Caspar David Friedrich und Carl Gustav Carus wandelten, ambitioniertere Wanderer ein. Die bizarren Felsformationen locken auch mit anspruchsvolleren Klettersteigen und selbst die Bergsteiger finden im Elbsandsteingebirge mit 1108 Klettergipfeln und 3 Felsmassiven ein Kletterrevier vor, das sowohl für Anfänger wie auch für Extremkletterer ausgesprochen reizvoll ist. Die höchste Erhebung in Deutschland Ost und im Norden Deutschlands ist mit 1142 m ü. NN der sagenumwobene „Brocken“ im Harz. Im Volksmund „Blocksberg“ genannt, ist er auch einer der Schauplätze in Goethes Dichtung Faust. Nicht nur Goethe bestieg (dreimal) den Brocken, auch Heinrich Heine beschreibt in seiner „Harzreise“ entlang Bode und llse den meist eindrucksvoll mit Nebel gekrönten Berg.
In der Mitte Deutschlands bietet der Harz als das nördlichste deutsche Mittelgebirge eine reizvolle Urlaubslandschaft. Dicht bewaldete Berge und reißende Flüsse bieten die Grundlage für ein wildromantisches Naturereignis. Besonders anziehend im Ostharz die Rosstrappe und der Hexentanzplatz oberhalb von Thale. Wunderschön gelegen die Rappbode-Talsperre, nicht geeignet für Wassersportler, aber eine herrliche Kulisse für ausgedehnte Wanderungen um die Talsperre herum und über die imposante Staumauer. Wunderschön erscheinen dem Touristen die vielen kleinen Städte des Ost- und Westharzes mit ihren mittelalterlichen Fachwerkhäusern.
Herrmann Löns nannte Wernigerode die „Bunte Stadt“. Sie ist die Perle des Nordharzes. Die gesamte Innenstadt steht unter Denkmalschutz. Die herrlichen Schnitzwerke an den Fassaden der Fachwerkhäuser zeugen in den bürgerlichen Zeiten von Wohlstand, Reichtum und Erfolg. Halberstadt, die mittelalterliche Bischoffsstadt des Nordharzes bezeichnet man auch das das Tor zum Harz. Die alten Gassen des mittelalterlichen Stadtkerns von Quedlinburg mit ihren prächtigen Fachwerkbauten wurden schon zu Zeiten der „DDR“ im Zentrum ansatzweise restauriert. Heute bietet ein Spaziergang über den Marktplatz, der im Kern vollständig saniert wurde, ein historisches Erlebnis. Quedlinburg liegt an der Bode im nördlichen Teil des Harzes und erhielt 994 das Stadtrecht. Seit 1994 steht das architektonische Erbe Quedlinburgs auf der UNESO-Liste des Weltkulturerbes und bietet mit seinen 1200 Fachwerkhäusern das größte Flächendenkmal Deutschlands.

Eine ähnliche sehenswerte Stadt ist im Südharz das kleine Städtchen Stolberg/Harz – auch als die Perle des Südharzes bezeichnet. Als Geburtsstadt des Bauernführers Thomas Müntzer bietet es ein geschlossenes Ensemble mittelalterlicher Fachwerkhäuser. Dabei schließt sich ein Haus an das andere an. Über der Stadt thront das Schloss des Grafengeschlechts von Stolberg zu Stolberg und des späteren Fürsten zu Stolberg-Stolberg. Das Schloss befindet sich seit Jahren in der komplexen Sanierung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Der Blaue Saal und der Rote Saal sind ebenso wie die Schlosskapelle bereits für die Touristen zugänglich.
Idyllische Rückzugsenklaven in Deutschland Süd
Das milde Klima und die malerischen Landschaften in Deutschland Süd haben immer wieder Bildende Künstler, Schriftsteller, Poeten und Philosophen in ihren Bann gezogen und ihnen kreativ inspirierende Rückzugsorte geboten. Die Dichterin Marie Luise Kaschnitz kam mit 16 Jahren mit ihrer Familie von Berlin auf das elterliche Gut in Bollschweil südlich von Freiburg im Breisgau in Baden-Württemberg. Auch nachdem sie nach ihrer Hochzeit nach Rom und später dann nach Frankfurt übergesiedelt war, kam sie Zeit ihres Lebens, besonders aber nach dem Tod ihres Mannes 1958, immer wieder auf den väterlichen Familiensitz zurück, um Erholung zu finden und in Ruhe zu schreiben. In ihrem Werk „Beschreibung eines Dorfes“ setzte sie 1966 dem Ort ihrer Jugendzeit ein literarisches Denkmal. In 21 projektierten Arbeitstagen beschreibt sie den Ort Bollschweil, die umgebende Landschaft, die Geschichte und die Bewohner: „Am nächsten Tag, meinem zweiten Arbeitstag, werde ich zur Vogelschau zurückkehren. Ich werde zuerst die schönen Waldränder bekannt geben, dann das Wiesenvorland, dann das Rheintal, die Vogesen, den Schweizer Jura und die Burgundische Pforte, die man übrigens auch von den Mansardenfenstern des Hauses Nr. 84 sieht.“ Nicht weit entfernt in Deutschland Süd fanden zahlreiche Schriftsteller und Maler in dem Kurort Badenweiler ihr „Paradiesgärtlein“ (Johann Peter Hebel), oder ihr „Stück Italiens auf deutschem Grund“ (Justinus Kerner). Der im Elsass geborene Schriftsteller René Schickele, Sohn eines deutschen Vaters und einer französischen Mutter, lebte hier „im warmen, gehütetsten Winkel des alemannischen Gartens“ von 1919 bis 1932 und engagierte sich nach dem 1. Weltkrieg leidenschaftlich für die Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich - die Schönheit der Landschaft verpflichte beide Länder zu einem gemeinsamen europäischen Weg. Einen literarischen Niederschlag fand dieses Anliegen in seinen Werken „Erbe am Rhein“, „Die Grenze“ und „Himmlische Landschaft“.
In Badenweiler war René Schickele freundschaftlich verbunden mit der Dichterin Annette Kolb und dem Maler Emil Bizer. Annette Kolb war wie René Schickele Tochter eines deutschen Vaters und einer französischen Mutter und wie dieser eine überzeugte Pazifistin. Nachdem ihr dieses Engagement während des ersten Weltkrieges ein Brief- und Reiseverbot des bayrischen Kriegsministeriums eingehandelt hatte, ging sie zeitweise ins schweizer Exil und ließ sich dann 1923 in Badenweiler in unmittelbarer Nachbarschaft von René Schickele nieder, den sie schon seit 1914 kannte. Ebenfalls wie dieser ging sie 1933 nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in die Emigration. Nach Stationen in Paris, ab 1941 dann in New York, kam sie aber nach dem Kriegsende bis zu ihrem Tod 1967 immer wieder zurück nach Badenweiler, dessen reizvolle landschaftliche Umgebung sie einmal als „Gottes Mantelfalte“ bezeichnet hatte. Emil Bizer kam schon 1912 nach Badenweiler, wo er zu dem markgräfler Maler wurde. Zunächst wurde er bekannt durch seine expressiven Holzschnitte, ab Ende der 20er Jahre dann durch seine Malerei, die in kräftigen Farben und klaren, reduzierten Formen vor allem die markgräfler Landschaft und ihre Bauern zum Thema hatte. „Landschaften der Seele“ nannte diese Bilder der Schriftsteller Gustav Faber. Trotzdem galt seine Kunst im Dritten Reich ab 1937 als „entartet“ und er erhielt Malverbot. Dieses Schicksal teilte auch Oskar Schlemmer, der sich 1937 nach den Schmähungen der Propagandaausstellungen „Entartete Kunst“ und „Bolschewismus ohne Maske“ nach Sehringen bei Badenweiler in Baden-Württemberg zurückzog. Im Unterschied zu Emil Bizer, dessen Werk nach dem Krieg Anerkennung fand, konnte Oskar Schlemmer jedoch durch seinen Tod im Jahr 1943 seine Rehabilitation nicht mehr erleben.